- Illegales Online-Glücksspiel dominiert den EU-Markt.
Laut einer Studie von Yield Sec im Auftrag der European Casino Association (ECA) entfallen 71 % des Online-Marktes auf nicht lizenzierte Anbieter. - Milliardenverluste für Europa.
Durch fehlende Steuern entgehen den Mitgliedsstaaten jährlich rund 20 Milliarden Euro. - Über 6.000 illegale Betreiber aktiv.
Yield Sec identifizierte 6.220 Anbieter, die gezielt EU-Bürger ansprechen und oft lizenzierte Marken imitieren. - 92 % der Online-Inhalte bewerben illegales Glücksspiel.
Die Studie spricht von einer massiven „Exposure“ durch Werbung, Social Media und Streaming-Plattformen. - 81 Millionen Europäer betroffen.
So viele Nutzer haben 2024 mit illegalen Anbietern interagiert – darunter Minderjährige und Selbstsperrte. - Reale Gefahr für legale Anbieter.
Die Preisschlacht ist unfair: Illegale Seiten zahlen keine Steuern, bieten bessere Quoten und keine Limits. - ECA fordert entschlossenes Handeln.
Der Verband warnt: Jeder verlorene Euro an den Schwarzmarkt sei ein Euro, der Bürgern und Staaten fehle.
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00:00 / 00:00Ein Schwarzmarkt in Milliardenhöhe
Eine neue Untersuchung von Yield Sec zeichnet ein drastisches Bild des europäischen Glücksspielmarkts. Der Report zeigt: 2024 wurde der legale Online-Markt mit 33,6 Milliarden Euro Umsatz von einem illegalen Markt mit 80,6 Milliarden Euro übertroffen. Das bedeutet: Mehr als zwei Drittel aller Einsätze flossen an Anbieter ohne Lizenz. ECA-Vorsitzender Erwin van Lambaart warnt:
Illegales Online-Glücksspiel ist kein Randphänomen – es ist eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedrohung.
Die Autoren sprechen von einem systematischen Entzug von Einnahmen, die eigentlich in Bildung, Forschung oder Arbeitsmarktprogramme fließen sollten. Nach Schätzungen gehen jährlich über 20 Milliarden Euro an Steuern verloren.
Ein Markt, der außer Kontrolle gerät
Der Report zeigt, wie rasant das Problem wächst. Binnen eines Jahres stieg die Zahl der illegalen Betreiber in der EU um 26 % – von knapp 5.000 auf über 6.200. Besonders besorgniserregend: 92 % der Online-Inhalte, die Nutzer im Zusammenhang mit Glücksspiel sehen, stammen von illegalen Quellen. Diese Anbieter umgehen Gesetze und zielen gezielt auf Minderjährige, Selbstsperrte und gefährdete Gruppen ab. Sie locken mit Boni, unbegrenzten Einsätzen und anonymen Zahlungsmöglichkeiten. Viele imitieren sogar Logos bekannter Marken, um Seriosität vorzutäuschen. Der Bericht spricht von einem „Missbrauch von Regulierung und Verbraucherschutz“, der das Vertrauen in legale Anbieter massiv untergräbt.
Verlierer: der legale Markt
Lizenzierte Anbieter geraten zunehmend ins Hintertreffen. Der Report vergleicht die beiden Welten klar: Während legale Unternehmen an Gesetze, Steuern und Limits gebunden sind, operieren illegale Plattformen ohne jede Aufsicht. Auf Seite 14 des Reports wird deutlich, warum das legale Angebot kaum mithalten kann: Illegale Anbieter zahlen keine Steuern, umgehen Produktbeschränkungen und bieten „unbeatable prices“. Für viele Spieler ist das attraktiv – zum Schaden der regulierten Branche. Die ECA warnt daher vor einem „Zusammenbruch der legalen Glücksspielarchitektur“, sollte die Politik nicht entschlossen gegensteuern.

Verbraucher im Visier
Besonders alarmierend sind die Daten zur Verbraucher-Exposition. Laut Yield Sec sind 81 Millionen Europäer 2024 mit illegalen Glücksspielplattformen in Berührung gekommen oder haben dort gespielt. Diese Seiten verzichten auf Altersprüfungen, Verbraucherschutz oder Streitbeilegung – und nutzen Daten gezielt, um gefährdete Spieler mit personalisierten Angeboten zu ködern. Jugendliche und selbstgesperrte Nutzer sind dabei die Hauptopfer. Die Studie beschreibt dieses Phänomen als „Haifischbecken des Internets“, in dem Verbraucher schutzlos ausgesetzt sind. Sowohl ECA als auch Yield Sec fordern ein entschiedenes Vorgehen. Nur wenn Regierungen das gesamte Marktbild – legal und illegal – verstehen, könnten gezielte, wirksame Maßnahmen folgen. Ismail Vali, CEO von Yield Sec, betont die Notwendigkeit eines Gesamtblicks auf das digitale Ökosystem:
Nur wer den gesamten Markt – legal wie illegal – versteht, kann gezielte Politik gestalten und effektive Regulierung umsetzen.
Für die ECA ist klar: Die europäischen Staaten müssen enger kooperieren, Werbung für illegale Anbieter unterbinden und Steuerflüsse sichern. Denn am Ende geht es nicht nur um Geld – sondern um Verbraucherschutz und Integrität.

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