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NCAA bremst Sportwetten-Pläne

  • NCAA stoppt geplante Wett-Lockerung
    College-Athleten dürfen weiterhin nicht auf Profi-Sport wetten. Zwei Drittel der Division-I-Schulen stimmten gegen die Regeländerung.
  • Hintergrund sind wachsende Wettskandale
    Zahlreiche Ermittlungen und Sperren im College- und Profisport erhöhten den Druck auf die NCAA, klare Grenzen zu ziehen.
  • Temple-Skandal als Wendepunkt
    Der Fall um Ex-Spieler Hysier Miller, der gegen sein eigenes Team wettete, verschärfte die Diskussion um Integrität im College-Sport.
  • Skepsis statt Modernisierung
    Trotz legaler Sportwetten in 38 US-Bundesstaaten bleibt der College-Sport eine wettfreie Zone – aus Prinzip.
  • Athleten unter wachsendem Druck
    Laut einer NCAA-Studie berichten 36 % der College-Spieler von Online-Belästigung durch frustrierte Wettkunden.
  • Forderung nach weiteren Verboten
    NCAA-Präsident Charlie Baker drängt auf ein landesweites Verbot von Einzelwetten auf College-Spieler.
  • Signal für den gesamten US-Sport
    Die Entscheidung zeigt: Integrität und Schutz junger Athleten stehen für die NCAA über kommerziellen Interessen.
Redakteur Simon
Redakteur
Redakteur Enrico
Geprüft durch
  • Enrico
Veröffentlicht

25.11.2025

Aktualisiert

25.11.2025

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Verbot bleibt bestehen: NCAA stoppt geplante Lockerung

Die NCAA hat ihre geplante Regeländerung zur Sportwettenpolitik kurzfristig zurückgezogen. Eigentlich sollten College-Athleten und Mitarbeiter künftig auf Profi-Ligen wie NFL, NBA oder MLB wetten dürfen – Wetten auf College-Spiele wären aber weiter verboten geblieben. Nach massiver Kritik von Mitgliedsschulen und Ligenfunktionären stimmten schließlich zwei Drittel der Division-I-Universitäten dagegen. SEC-Commissioner Greg Sankey hatte im Vorfeld eindringlich vor einem falschen Signal gewarnt:

Die Regeländerung wäre ein Schritt in die falsche Richtung gewesen.

Sankey verwies auf laufende Ermittlungen in mehreren College-Programmen und warnte vor zunehmendem Druck auf Studierende und Trainer. Für viele Universitäten stand fest: Der Schutz der sportlichen Integrität wiegt schwerer als kommerzielle oder gesellschaftliche Trends.

Hintergrund: Warum die NCAA zurückruderte

Der Vorstoß zur Lockerung war ursprünglich als Modernisierung gedacht. Befürworter argumentierten, Studierende könnten ohnehin legal wetten – es sei unfair, Athleten von regulierten Angeboten auszuschließen. Doch inmitten zahlreicher Wettskandale im Profi- und College-Bereich wuchs die Skepsis. In den Wochen vor der Entscheidung waren mehrere Profisportler, darunter NBA-Coach Chauncey Billups und Spieler Terry Rozier, wegen mutmaßlicher Wettvergehen verhaftet worden. Parallel verhängte die NCAA selbst mehrere Sperren, unter anderem gegen sechs College-Basketballer, denen Spielmanipulation vorgeworfen wurde. Schließlich entschied sich die Mehrheit der Universitäten für den konservativen Kurs – und stoppte die geplante Öffnung, bevor sie überhaupt in Kraft trat.

Der Fall Temple: Wenn der eigene Spieler mitmischt

Für Schlagzeilen sorgte zeitgleich ein besonders heikler Fall: Hysier Miller, ehemaliger Basketball-Star der Temple University, hatte 42 Wetten auf Spiele seines eigenen Teams platziert – darunter drei gegen die Temple Owls. Die Einsätze waren klein, teils unter 20 Dollar, doch der symbolische Schaden groß. Millers Anwalt Jason Bologna betonte gegenüber iGB:

Die NCAA fand keine Hinweise auf Punktmanipulation. Hysier war kooperativ und hat vollständig offengelegt, was passiert ist.

Neben Miller wurden auch zwei ehemalige Mitarbeiter von Temple, Camren Wynter und Jaylen Bond, wegen unzulässiger Wetten sanktioniert. Für Miller selbst blieb das Urteil hart: lebenslange Sperre vom College-Sport.

Wachsende Sorge um Integrität und Druck

Mit der Entscheidung bekräftigt die NCAA ihren Kurs, Sportwetten als Risiko für Fairness und psychische Gesundheit junger Athleten zu sehen. Bereits 36 % der College-Spieler berichten laut einer NCAA-Studie von Belästigungen in sozialen Medien – oft ausgelöst durch wütende Wettkunden. Auch Präsident Charlie Baker forderte in diesem Zusammenhang, Prop Bets auf College-Spieler landesweit zu verbieten, also Wetten auf individuelle Leistungen. Mehrere Bundesstaaten – darunter New Jersey, Ohio und Virginia – sind diesem Appell bereits gefolgt. Die jüngsten Skandale zeigen: Die Grenze zwischen legalem Freizeitvergnügen und gefährlicher Einflussnahme wird immer dünner.

Der Rückzug der NCAA ist mehr als eine Korrektur – es ist ein Symbol für institutionelle Vorsicht. Während Sportwetten in 38 US-Bundesstaaten erlaubt sind, bleibt der College-Sport bewusst abgeschottet. Die Botschaft ist klar: Integrität vor Kommerz. Athleten, Trainer und Mitarbeiter sollen sich voll auf den Sport konzentrieren – nicht auf Quoten. Gleichzeitig steht die NCAA vor der Herausforderung, ihr Regelwerk laufend an eine Gesellschaft anzupassen, in der Sportwetten längst Mainstream sind. Ob sie diesen Balanceakt langfristig halten kann, wird sich zeigen – doch fürs Erste ist klar: Der College-Sport bleibt eine wettfreie Zone.

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