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St Leger Festival, Doncaster (GB)

Das St Leger Festival in Doncaster gehört seit mehr als 200 Jahren zu den wichtigsten Rennwochenenden in Großbritannien. Als Höhepunkt des viertägigen Festivals findet am 10. September 2022 das St Leger Stakes statt, das zu den fünf absoluten Klassikern des britischen Pferderennsports zählt. Das letzte dieser fünf klassischen Galopprennen ist mit 2937 Meter zudem länger als die vier vorherigen Rennen der Serie. Es ist das dritte Rennen in der englischen Triple Crown, nach dem 2000 Guineas Stakes in Newmarket und dem Oakes Stakes in Epsom. Zugelassen sind beim St Leger Stakes Rennpferde bis zu einem Alter von drei Jahren.

Das beste Pferd gewinnt das St Leger

Eine alte Weisheit unter Experten besagt, dass man ein richtiges gutes Pferd braucht, um das Leger zu gewinnen: „Das schnellste Pferd gewinnt das 2000 Guineas, das glücklichste gewinnt das Derby – und das beste Pferd gewinnt das St Leger“. In der britischen Pferderennsaison ist das St Leger das letzte große Rennen. An den Sieger dieses Highlights erinnert man sich also jeweils noch lange, bis im Frühjahr die neue Rennsaison beginnt und teilweise noch länger. Schon viele berühmte Pferde, Jockeys und Besitzer haben sich in die Siegerliste des St Leger eintragen dürfen.

Bisher hat es trotz allem aber noch kein Pferd geschafft, auf der knapp drei Kilometer langen Originalstrecke in Doncaster eine Zeit von weniger als drei Minuten hinzulegen. Mit 44 Hundertstelsekunden über den magischen drei Minuten sehr nah kam 2011 Masked Marvel, im Besitz von Bjorn Nelsen, trainiert von John Gosden und geritten von William Buick. 2019 verbesserte der legendäre Jockey Frankie Dettori auf Logician die Bestzeit auf drei Minuten und 27 Hundertstelsekunden.

Im September 2021 betrug die Siegerzeit drei Minuten, vier Sekunden und 28 Hundertstel – und wieder war der Jockey des Siegerpferdes William Buick, der schon zum dritten Mal die Ziellinie als Erster überquerte. Dieses Mal war er auf Hurricane Lane unterwegs, einem von Charlie Appleby trainierten Pferd aus dem Stall von Godolphin. Einige Siegerzeiten von früheren Rennen sind mit weniger als drei Minuten notiert. Dabei handelt es sich aber jeweils um Zeiten, die auf anderen Rennstrecken erzielt worden sind, beispielsweise in York oder in Ayr.

Vier Tage voller Action

Über vier Tage hinweg bietet das St Leger Festival den Besuchern eine Menge Spektakel. Im Mittelpunkt stehen dabei selbstverständlich die Pferderennen. Der Auftakt am Mittwoch gehört traditionell den Legenden, die sich im Rahmen des Leger Legends Day ein Benefizrennen liefern, über eine schnurgerade Strecke, die genau eine Meile lang ist.

Der zweite Tag steht im Zeichen der Damen. Nicht nur auf der Rennstrecke gibt es dann viel zu gewinnen und zu sehen. Adrette Kleidung und wunderschöne Hüte sind am Ladies Day an der Rennstrecke in Doncaster angesagt. Für die bestgekleidete Dame winkt an jenem Tag sogar ein Preis von 500 € in bar.

Die Stadt Doncaster steht am Freitag im Zentrum des Geschehens, „Donny’s Day“. Dann findet der Doncaster Cup statt. Dieser ist aktuell das älteste Pferderennen, das nach den etablierten Regeln stattfindet. Es bildet den Abschluss der „Stayer’s Triple Crown“. Abseits des Rennkurses feiert man aber auch einfach die Stadt Doncaster, die seit mehr als 200 Jahren Gastgeber des St Leger Festivals ist.

Als krönenden Abschluss der Rennwoche und der britischen Galoppsaison steigt am Samstag große Finale, das St Leger Stakes. Dieser Klassiker von Weltruhm zieht viel Publikum aus nah und fern an – ebenso wie die besten Rennställe mit ihren besten Pferden.

Die Favoriten sind am Golf zu Hause

In den letzten Jahren haben sich beim St Leger Stakes immer wieder Pferde aus den großen Rennställen am arabischen Golf durchgesetzt. Die Teilnehmer aus Saudi-Arabien, Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten dürften entsprechend auch 2022 wieder eine wichtige Rolle spielen, wenn es um Ruhm, Ehre und eine Menge Preisgeld geht.

Rennställe wie der von Dubais berühmtem Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum geleitete Stall Godolphin sind schon seit vielen Jahren auf den britischen Rennstrecken anzutreffen. So unterhält Godolphin alleine zwei Ställe in Newmarket, in der Nähe von Cambridge. Seit 1998 ging der Sieg im St Leger Stakes nicht weniger als sieben Mal an ein Pferd aus dem Stall von Godolphin. Zuvor waren schon zweimal Pferde im Namen von Scheich Mohammed erfolgreich gewesen. Auch sein Bruder Maktoum war einmal beim St Leger Stakes erfolgreich.

Ebenfalls sehr stark präsentieren sich beim St Leger Stakes traditionell irische Pferde. 2020 war mit Galileo Chrome letztmals ein Pferd aus irischer Zucht beim abschließenden Rennen der britischen Galoppsaison erfolgreich. 2018 mit Kew Gardens und 2017 mit Capri waren ebenfalls Pferde aus irischer Zucht beim St Leger Stakes erfolgreich.

Rekorde für die Ewigkeit

Einige der Rekorde, die in Doncaster aufgestellt worden sind, dürften so schnell denn auch nicht gebrochen werden. Die meisten Siege für Jockeys, Trainer und Eigentümer sind alle im 19. Jahrhundert aufgestellt worden und haben seit mehr als 150 Jahren Bestand. Der erfolgreichste Jockey war Bill Scott, der neun Mal auf einem siegreichen Pferd im Sattel sass. Als erfolgreicher Trainer amtete John Scott mit 16 Erfolgen zwischen 1827 und 1862. Wohl noch am ehesten wird der Rekord des neunten Duke of Hamilton, Archibald Hamilton, gebrochen – er kam zwischen 1786 und 1814 auf sieben Erfolge.

Unter den Jockeys der modernen Zeit gilt es vor allem William Buick und den legendären Frankie Dettori zu erwähnen. Der in Norwegen geborene Brite Buick war schon dreimal in Doncaster erfolgreich und geht 2022 als Titelverteidiger ins Rennen, sofern er denn am Start stehen sollte. Als einer der führenden Jockeys weltweit und im Rennstall Godolphin sollte sein Start allerdings eine reine Formsache sein.

Der Italiener Frankie Dettori ist seinerseits ebenfalls seit vielen Jahren eine treibende Kraft unter den Jockey im britischen Pferderennsport. Schon sechsmal war der Altmeister beim St Leger Stakes erfolgreich – das erste Mal 1995 auf Classic Cliche und das bisher letzte Mal 2019 auf Logician. Vor 2019 erlebte Dettori eine elfjährige Durststrecke seit seinem vorletzten Sieg 2008 auf Conduit. Sollte Dettoris Karriere noch ein paar Jahre andauern, liegt der Allzeitrekord von Bill Scott mit seinen neuen Siegen beim St Leger Stakes durchaus noch in Reichweite.



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