- Milliardär verklagt Star Sydney auf 57 Millionen AUD.
Phillip Dong Fang Lee wirft dem Casino vor, seine Spielsucht und Sprachbarrieren ausgenutzt zu haben. - Verluste nach Einsätzen von mehr als 2,25 Milliarden AUD.
Über zwei Jahrzehnte soll Lee gigantische Summen am Baccarat-Tisch gesetzt haben. - Unterschriften unter Dokumente ohne Verständnis.
Lee sagt, er habe Kreditvereinbarungen für Chip-Lieferungen gehalten. - China UnionPay-Skandal im Fokus.
Lee war Hauptnutzer des Systems, mit dem Ausgaben als Hotelkosten verschleiert wurden. - Warnsignale früh ignoriert.
Interne E-Mails von 2015 zeigen, dass Mitarbeiter mögliche Geldwäsche erkannten. - Star Entertainment mit Compliance-Skandalen belastet.
Das Casino verlor 2022 seine Lizenz und steht seither unter staatlicher Aufsicht. - Klageerlöse sollen gespendet werden.
Lees Anwälte kündigten an, mögliche Entschädigungen an Spielsucht-Hilfen weiterzugeben.
Phillip Dong Fang Lee gegen Star Sydney
Der chinesischstämmige Milliardär und Immobilienentwickler Phillip Dong Fang Lee zählt seit Jahren zu den bekanntesten High Rollern in Australien. Am Baccarat-Tisch des Star Sydney soll er nach eigenen Angaben mehr als 2,25 Milliarden AUD gesetzt und dabei 57 Millionen AUD verloren haben. Nun zieht er vor Gericht: Der Vorwurf lautet, das Casino habe seine Spielsucht gezielt befeuert.
Lee beschreibt sich selbst als pathologisch süchtig. Nach seiner Darstellung nutzte das Management dies aus, indem es ihn mit Kreditlinien, privaten Räumen und exklusiven Vergünstigungen lockte. Besonders schwer wog dabei seine sprachliche Schwäche: Viele Dokumente habe er nicht verstanden – und für bloße Quittungen gehalten.
Lee setzte über die Jahre mehr als 2,25 Milliarden AUD – eine Summe, die selbst im High-Roller-Bereich außergewöhnlich ist.
Die Klage könnte weitreichende Folgen für die Branche haben, denn sie berührt zentrale Fragen der Verantwortung: Muss ein Casino seine umsatzstärksten Kunden bremsen, wenn deren Verhalten offensichtlich problematisch ist?
Skandal um UnionPay und Compliance
Lees Name tauchte erstmals 2022 im Zuge einer Untersuchung des Bundesstaats New South Wales auf. Die Prüfer stellten fest, dass er über Jahre hinweg enorme Chipkäufe tätigte und gleichzeitig Hauptnutzer des berüchtigten „China UnionPay“-Systems war. Damit wurden Zahlungen als Hotelkosten verschleiert, um chinesische Devisenkontrollen zu umgehen.
Zwischen 2007 und 2021 flossen so mindestens 100 Millionen AUD. Interne E-Mails belegen, dass Mitarbeiter bereits 2015 Bedenken äußerten: Lees Transaktionen überstiegen seine Spielaktivität deutlich. Ein klarer Hinweis auf Risiken – doch Star Entertainment griff nicht ein.
Die Aufsichtsbehörden werteten das später als Teil einer Reihe von Compliance-Versäumnissen. 2022 erklärten sie Star Entertainment für „ungeeignet“, eine Lizenz zu halten. Seither läuft der Casinobetrieb nur noch unter staatlicher Überwachung.

Folgen für Star und Signal an die Branche
Die Klage Lees trifft Star Entertainment in einer Phase, in der das Vertrauen in das Unternehmen ohnehin stark beschädigt ist. Schon die Enthüllungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Umsatzinteressen oft vor regulatorische Vorgaben gestellt wurden.
Sollte das Gericht zu Lees Gunsten entscheiden, könnte das nicht nur hohe finanzielle Folgen haben. Es wäre auch ein deutliches Signal an die gesamte Branche, dass der Umgang mit gefährdeten Spielern kein Randthema ist – sondern zur Existenzfrage werden kann.

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