- New Jersey verbietet Sponsoring-Deals zwischen Hochschulen und Wettanbietern.
Ein neues Gesetz untersagt jegliche Werbung für Wettanbieter auf dem Campus, in Sportstätten oder über offizielle Medien der Unis. - Ziel ist der Schutz von Studierenden vor Glücksspielwerbung.
Gesetzgeber verweisen auf die besondere Anfälligkeit junger Erwachsener für Glücksspielsucht. - Die Regelung gilt auch für Booster-Clubs und digitale Inhalte.
Nur akademische Kooperationen ohne direkte Werbung bleiben erlaubt. - Ein weiteres Gesetz zielt auf Prop Bets im College-Sport.
Senatoren planen, Wetten auf individuelle Spielerleistungen im College-Bereich zu verbieten. - New Jersey setzt damit neue Maßstäbe in der Glücksspielregulierung.
Die Gesetzgebung könnte als Vorbild für andere US-Bundesstaaten dienen.
Keine Wettwerbung mehr auf dem Campus
Mit Unterzeichnung von Senate Bill 2155 durch Gouverneur Phil Murphy setzt New Jersey ein deutliches Zeichen: Öffentliche Hochschulen dürfen künftig keine Werbeverträge mehr mit Sportwettenanbietern abschließen. Die Regelung gilt für Universitäten wie Rutgers, Montclair State oder das NJ Institute of Technology – und betrifft nicht nur physische Werbung in Stadien, sondern auch Inhalte auf Uni-Webseiten, Social Media und in sportlichen Übertragungen.

Sponsoring durch Wettanbieter an Hochschulen? Nicht mehr erlaubt. Der Gesetzestext untersagt jede Form von Marketing, das Glücksspielmarken auf dem Campus sichtbar macht. Ausgenommen sind lediglich Kooperationen zu Bildungszwecken, etwa im Rahmen wirtschaftlicher Studiengänge – solange keine direkte Ansprache von Studierenden erfolgt.
„Unsere Hochschulen sind Orte des Lernens – nicht des Glücksspiels“
Hinter dem neuen Gesetz stehen die Senatoren Joe Cryan und John McKeon, die sich seit Längerem für stärkeren Schutz junger Menschen vor Glücksspiel-Einflüssen einsetzen. Sie warnen davor, dass Studierende auf dem Campus besonders empfänglich für Werbung seien – gerade in einem Alter, in dem sich riskantes Spielverhalten leicht verfestigen könne.
Junge Menschen sind besonders anfällig für zwanghaftes Glücksspiel und haben oft Schwierigkeiten, sich davon wieder zu lösen. Dieses Gesetz hilft, sie vor den negativen Einflüssen von Werbung für das Wetten zu schützen. Unsere Hochschulen sollten Orte des Lernens sein – nicht des unterjährigen Glücksspiels.
Die Entscheidung ist dabei auch eine Reaktion auf den wachsenden kommerziellen Druck auf Colleges, lukrative Sponsorenverträge mit Wettfirmen einzugehen – ein Trend, der besonders in den USA zuletzt stark zugenommen hat. In New Jersey allerdings zieht der Gesetzgeber jetzt eine klare Grenze.
Verbot von Spielerwetten im College-Sport geplant
Parallel zur Einschränkung der Werbung laufen bereits die nächsten Gesetzesinitiativen. Mit Senate Bill 3080 wollen die Senatoren Cryan und Corrado sogenannte „Player Props“ im College-Sport wie der NCAA verbieten – also Wetten auf einzelne Spielerleistungen wie Touchdowns, Assists oder Punkte. Die Sorge: Wettmanipulation, psychischer Druck und Einflussnahme auf junge Athleten.
Das Gesetz wurde bereits vom zuständigen Ausschuss einstimmig verabschiedet und liegt nun dem Senat zur Abstimmung vor. Zusammen mit dem Campus-Werbebann markiert es einen spürbaren Wandel im Umgang mit dem Thema Sportwetten in Bildungseinrichtungen.
Ein Signal an den Rest des Landes
New Jersey gilt als Vorreiterstaat im Bereich Glücksspielregulierung. Schon 2018 hatte man Wetten auf eigene College-Teams untersagt, ein Kurs, den die Bevölkerung 2021 in einem Referendum bestätigte. Mit dem neuen Gesetz geht der Bundesstaat nun noch weiter – und sendet ein klares Signal an Universitäten, Werbetreibende und Studierende.
Für die Branche bedeutet das: neue Werbestrategien müssen her. Sponsoringgelder, die bislang in College-Medien flossen, dürften künftig in andere Kanäle umgeleitet werden. Und auch für andere Bundesstaaten könnte New Jersey nun als Vorlage dienen – für mehr Schutz, mehr Abstand, und weniger Glücksspielpräsenz auf dem Campus.

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