- Rekord-Rückzahlung von Paddy Power
Der Buchmacher erstattet mehr als 100.000 Fans verlorene Wetten. Grund ist die noch offene FFP-Ermittlung gegen Manchester City. - Acht Saisons betroffen
Die Rückzahlung gilt für alle Premier-League-Jahre, in denen Teams Zweiter hinter ManCity wurden. Darunter Manchester United, Liverpool und Arsenal. - Über 14 Jahre zurück
Der Zeitraum reicht bis in die Saison 2011/12. Insgesamt sind acht Vizemeisterschaften abgedeckt. - Summe in Millionenhöhe
Paddy Power spricht von einer Rückzahlung im siebenstelligen Bereich. Es ist die größte Aktion in der Firmengeschichte. - Coleen Rooney im Video
Die „Wagatha Christie“ tritt als Ermittlerin in einem Satire-Clip auf. Mit Humor macht sie auf das Warten im City-Fall aufmerksam. - FFP-Verfahren zieht sich
Manchester City sieht sich 115 Vorwürfen wegen Finanzverstößen ausgesetzt. Ein offizielles Urteil steht noch aus.
Paddy Power setzt auf „Gerechtigkeit“
Mit einem spektakulären Schritt erstattet Paddy Power verlorene Meisterwetten an mehr als 100.000 Fans zurück. Der „Justice Refund“ gilt für alle Teams, die zwischen 2011 und 2024 Zweiter hinter Manchester City wurden.
Die Aktion betrifft acht Premier-League-Saisons – darunter Meisterschaftskämpfe von Manchester United, Liverpool und Arsenal. Obwohl ein offizielles Urteil zu den 115 FFP-Verstößen gegen City noch aussteht, will der Buchmacher ein Zeichen für die Fans setzen.
Mit der Rückzahlung greift Paddy Power ein Thema auf, das seit Jahren über dem englischen Fußball schwebt: die Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs. Indem der Buchmacher Fans entschädigt, stellt er die Frage in den Raum, wie fair Citys Dominanz der letzten Dekade wirklich war.

Coleen Rooney als „Wagatha Christie“
Die Kampagne wird von Coleen Rooney angeführt, die schon 2022 mit ihrem Privatdetektiv-Fall Schlagzeilen machte. Im satirischen Paddy-Power-Video übernimmt sie die Rolle einer Ermittlerin, die sich den „unendlichen“ City-Ermittlungen annimmt. Rooney unterstrich dabei, wie viel Leidenschaft Fans ins Spiel einbringen:
Fans investieren so viel in den Fußball, emotional und finanziell, und manchmal bekommen sie nur wenig zurück. Das war eine unterhaltsame Möglichkeit, darauf aufmerksam zu machen – und den Menschen, die den Sport ausmachen, tatsächlich etwas zurückzugeben.
Auch Paddy Power selbst fand deutliche Worte: „Diese FFP-Ermittlungen ziehen sich seit Jahren hin, die Fans wurden komplett im Dunkeln gelassen. Wenn die Verantwortlichen es nicht hinkriegen, ist es Zeit, dass jemand auf der Seite der Anhänger steht.“
Für den Buchmacher ist es die bislang größte Rückzahlung seiner Geschichte. Schon 2022 hatte er beim Ronaldo/Fernandes-Torstreit im WM-Spiel einen Millionenbetrag zurückerstattet – diesmal liegt die Summe fast doppelt so hoch.
Folgen für Liga und Fans
Der Schritt von Paddy Power ist mehr als eine PR-Aktion. Er bringt die schleppende FFP-Ermittlung gegen Manchester City zurück in die Schlagzeilen. Während die Premier League weiter prüft, zeigt ein Wettanbieter Initiative und verspricht Transparenz – wenn auch mit ironischem Unterton.
Für die Fans ist es ein seltener Moment, in dem ein Buchmacher Geld zurückzahlt statt einstreicht. Und es dürfte den Druck auf die Liga erhöhen, endlich ein offizielles Urteil zu fällen. Ob die Aktion Druck auf die Premier League ausübt, bleibt abzuwarten. Klar ist aber: Je länger das Verfahren dauert, desto größer wird die Unzufriedenheit bei Fans und Vereinen – und desto mehr Raum entsteht für solche symbolischen Gesten von außen.

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