- Tipico übernimmt Admiral mit Auflagen
Die österreichische Wettbewerbsbehörde genehmigt den Milliarden-Deal. 20 Shops müssen verkauft und 14 Franchise-Betriebe umbenannt werden. - Behörde will Marktmonopol verhindern
Ermittlungen zeigten zu hohe Marktanteile in einigen Regionen. Deshalb soll die Fusion den Wettbewerb nicht einseitig verzerren. - Novomatic zieht sich aus Österreich zurück
Der Glücksspielkonzern verkauft Admiral, um sich international neu auszurichten. Wachstumsmärkte wie Frankreich und Australien stehen im Fokus. - Admiral bleibt als Marke bestehen
Die Standorte gehen an Tipico über, doch die Marke wird nicht vom Markt verschwinden. Kunden sollen Kontinuität erleben. - Tipico stärkt Präsenz im DACH-Raum
Mit Admiral steigt Tipico noch tiefer in Österreich ein. Ziel ist die klare Marktführerschaft im deutschsprachigen Raum. - Neue Produkte als Wachstumstreiber
Parallel setzt Tipico auf Innovation wie das Spiel „Tipico Million“. Damit sollen neue Kundengruppen gewonnen werden. - Deal gilt als Branchen-Meilenstein
Es ist einer der größten Glücksspiel-Deals Europas. Experten erwarten spürbare Veränderungen für den Markt in Österreich und Deutschland.
Tipico-Admiral-Deal unter Auflagen
Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde hat den milliardenschweren Deal zwischen Tipico und Admiral genehmigt – allerdings nicht ohne Einschränkungen. Die Aufseher sehen die Gefahr einer zu starken Marktstellung bei Wettshops und haben daher Bedingungen festgelegt, die den Wettbewerb sichern sollen.
So muss Tipico 20 eigene Shops verkaufen, die von Konkurrenten übernommen werden können. Zudem dürfen 14 Franchise-Standorte künftig nicht mehr unter der Marke Tipico auftreten, sondern müssen mit neuem Namen und neuer Ausstattung weitergeführt werden. Damit will die Behörde verhindern, dass der Zusammenschluss zu einem Quasi-Monopol in bestimmten Regionen führt. Die BWB begründete:
Die Ermittlungen der BWB zeigten, dass die beteiligten Unternehmen nach dem Zusammenschluss auf vielen dieser regionalen Märkte sehr hohe gemeinsame Marktanteile aufweisen würden, was dem Wettbewerb schaden würde.
Novomatic zieht sich aus Österreich zurück
Die Übernahme markiert auch eine Zäsur für Novomatic. Der Konzern aus Gumpoldskirchen, bekannt als einer der größten Glücksspielentwickler weltweit, verkauft Admiral bewusst, um sich auf internationale Märkte zu konzentrieren. Schon länger hatte das Management signalisiert, dass der heimische Wettbereich zwar arbeitsintensiv, aber im Vergleich wenig profitabel sei.
Novomatic expandiert stattdessen in Wachstumsmärkte wie Frankreich und Australien. Dort will man die globale Präsenz verstärken und die führende Rolle bei Glücksspielautomaten und Softwarelösungen weiter ausbauen. Für den Konzern ist der Admiral-Verkauf damit weniger ein Rückschlag als vielmehr eine strategische Neuordnung.
Tipico hingegen profitiert von diesem Rückzug: Mit Admiral sichert sich das Unternehmen nicht nur rund 200 Filialen in Österreich, sondern auch eine deutlich stärkere Position im deutschsprachigen Raum. Branchenkenner erwarten, dass Tipico seinen Marktanteil damit weiter festigt.

Expansion und neue Strategien bei Tipico
Die Integration von Admiral fällt in eine Phase, in der Tipico ohnehin stark auf Wachstum setzt. Neben der Ausweitung des stationären Geschäfts bringt der Konzern auch neue Produkte auf den Markt, die vor allem digital neue Kundengruppen ansprechen sollen. Mit „Tipico Million“ startete kürzlich ein Vorhersagespiel, das wöchentlich einen Jackpot von bis zu einer Million Euro verspricht.
Ziel ist es, das Unternehmen sowohl offline als auch online breiter aufzustellen. Der Admiral-Deal soll dabei die Basis liefern, um noch stärker als führender Anbieter im deutschsprachigen Raum aufzutreten. Entscheidend wird sein, wie schnell und reibungslos die Integration gelingt – und ob die behördlichen Auflagen die Expansionspläne bremsen.
Für die Branche gilt der Deal jedenfalls als Meilenstein. Er zeigt, wie stark sich die Marktlage in Österreich und Deutschland konsolidiert – und wie konzentriert die großen Player ihre Positionen absichern.

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