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UKGC beschuldigt Meta: Schwarzmarkt-Casinos werben ungestört

  • Millers Kampfansage in Barcelona
    Auf der ICE 2026 in Barcelona stellte UK Gambling Commission-Direktor Tim Miller Meta öffentlich zur Rede.
  • Illegale Casinos ins Visier gefasst
    Im Mittelpunkt der Kritik: Meta-Plattformen wie Facebook und Instagram werden gezielt genutzt, um Menschen mit Glücksspielsucht anzusprechen – besonders solche, die sich über GamStop selbst gesperrt haben.
  • Beweise in Sichtweite
    In Metas öffentlicher Anzeigenbibliothek lassen sich illegale Glücksspielanzeigen per Schlagwortsuche in Sekunden aufspüren. Der UKGC gelang das problemlos – Meta offenbar nicht.
  • Metas fragwürdige Antwort
    Statt proaktiver Abhilfemaßnahmen schlug Meta vor, die Regulierungsbehörde möge selbst KI-Tools einsetzen, um illegale Anzeigen zu identifizieren und zu melden.
  • Interne Zahlen enthüllt
    Eine Reuters-Untersuchung förderte interne Meta-Dokumente zutage, wonach das Unternehmen selbst schätzte, dass bis zu 10 Prozent seines 2024er-Umsatzes – rund 16,4 Milliarden Dollar – aus Betrugs- und Schmutzwerbung stammen könnten.
  • UKGC zieht Bilanz
    Zwischen April und Dezember 2025 stellte die Behörde 592 Unterlassungsaufforderungen aus, meldete fast 328.000 URLs bei Suchmaschinen und ließ 627 Websites sperren oder vom Netz nehmen.
  • Neue Gesetze und frisches Geld
    £26 Millionen aus dem Haushalt der Regierung und ein geplanter Crime and Policing Bill sollen der UKGC schärfere Werkzeuge in die Hand geben – darunter autonome IP-Blocking-Befugnisse.
Redakteur Simon
Redakteur
Redakteur Enrico
Geprüft durch
  • Enrico Kierakow
Veröffentlicht

11.02.2026

Aktualisiert

11.02.2026

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Schwarzmarkt im Visier: Millers Kampfansage in Barcelona

Die jährliche Glücksspielindustrie-Konferenz ICE dient üblicherweise als Bühne für Produktneuheiten und Branchennetzwerke. Dieses Jahr nutzte Tim Miller, Executive Director of Research and Policy bei der UK Gambling Commission (UKGC), den Auftritt für eine andere Art von Statement – eine direkte Konfrontation mit einem der mächtigsten Technologiekonzerne der Welt. Tim Miller, UKGC-Direktor, am 20. Januar 2026 ist der Ansicht, Meta müsse sich entscheiden, auf welcher Seite sie stünden:

Die Verbraucher und Nutzer eurer Plattformen, von denen viele versuchen, dem Glücksspielschaden zu entkommen – oder die Kriminellen und Betrüger, die eure Plattformen nutzen, um direkt vor euren Augen auf schutzbedürftige Menschen loszugehen, und in deren Fänge du Gefahr läufst, genau diese schutzbedürftigen Menschen zu treiben?

Miller machte klar, dass die Branche das Problem des illegalen Glücksspiels nicht allein durch Regulierung lösen kann. Solange Plattformen wie Meta passiv bleiben, bleibt der Schwarzmarkt kommerziell lebensfähig. Seine Botschaft an lizenzierte Wettanbieter war ebenso deutlich: Wer Zulieferer duldet, die gleichzeitig den illegalen Markt bedienen, macht sich mitschuldig am eigenen Wettbewerbsschaden.

GamStop-Lücke: Kriminelle zielen auf Ausgeschlossene

GamStop ist Großbritanniens nationales Selbstausschluss-System. Wer sich registriert, sperrt sich für mindestens sechs Monate von allen lizenzierten Glücksspielangeboten im Land – unwiderruflich. Doch genau diese Entschlossenheit macht betroffene Spielerinnen und Spieler zur begehrten Zielgruppe für den Schwarzmarkt. Illegale Offshore-Anbieter bewerben sich offen als „Not on GamStop“ – also außerhalb des britischen Sperrsystems. Ihre Anzeigen tauchen auf Facebook und Instagram auf, gezielt geschaltet für Menschen, die eigentlich aus dem Glücksspiel heraus wollen. Miller verwies auf den tragischen Fall des Fußballfans Ollie Long, der jahrelang mit unkontrolliertem Spielverhalten kämpfte und trotz GamStop-Sperre auf illegale Plattformen gelangte.

Dass solche Anzeigen im öffentlichen Anzeigenarchiv von Meta auffindbar sind, macht die Situation aus Sicht der Regulierungsbehörde noch schwerer nachvollziehbar. Wer „Not on GamStop“ als Suchbegriff eingibt, erhält Ergebnisse. Direkt. Ohne Umwege.

Die Meta-Frage: Unwissen oder kalkulierte Blindheit?

Miller ließ in Barcelona keinen Zweifel daran, was er von Metas Erklärungen hält. Das Unternehmen behauptet, illegale Anzeigen erst dann zu kennen, wenn Nutzer oder Behörden sie melden – eine Position, die der UKGC-Direktor als schlicht falsch bezeichnete. Denn: Die Werkzeuge zur proaktiven Erkennung existieren. Meta setzt sie nur nicht ein.

Stattdessen habe das Unternehmen der Behörde empfohlen, selbst KI-Tools zu entwickeln, Verdachtsfälle zu identifizieren und dann zu melden. Für Miller ist das eine inakzeptable Rollenumkehr: Behörden mit begrenzten Ressourcen sollen also Arbeit erledigen, für die der weltgrößte Social-Media-Konzern weder Personal noch Budget zu fehlen scheint. Eine Reuters-Untersuchung auf Basis interner Dokumente legt nahe, warum: Bis zu zehn Prozent des Meta-Umsatzes aus dem Jahr 2024 – das entspricht grob 16 Milliarden Dollar – könnten aus Anzeigen von Betrugsanbietern und gesperrten Produkten stammen.

Ein Meta-Sprecher erklärte auf Anfrage, das Unternehmen arbeite eng mit der Commission zusammen, um gemeldete Anzeigen zu entfernen, und verbessere seine Erkennungssysteme kontinuierlich. Die Anzeigenrichtlinien verlangen von Werbetreibenden eine ausdrückliche Genehmigung für Glücksspielwerbung sowie einen gültigen Lizenznachweis. Ob diese Anforderungen in der Praxis greifen, stellt die UKGC mit Nachdruck infrage.

Kollektive Verantwortung: Wer muss jetzt handeln?

Miller schloss seine Rede mit einem Aufruf, der über einzelne Plattformen hinausgeht. Der Kampf gegen den Schwarzmarkt sei nicht allein Sache der Regulierer – er brauche eine konzertierte Anstrengung von Staat, Behörden, Industrie und Technologieplattformen. Das Bild, das dabei skizziert wurde: eine Zangenbewegung, die illegale Betreiber von allen Seiten unter Druck setzt.

Die Kernforderung lautet, den Spielraum für Doppelspiel zu schließen. Wer als Lieferant, Affiliate oder Tech-Partner am lizenzierten Markt verdient und gleichzeitig den Schwarzmarkt bedient, soll wirtschaftlich spürbare Konsequenzen erfahren. Auch wenn das kurzfristig zu weniger Wettbewerb und höheren Kosten führe, sei dies ein vertretbarer Preis – verglichen mit dem Schaden, den ein prosperierender illegaler Markt anrichte. Die Botschaft gilt auch für Meta: Die Frage sei längst nicht mehr, ob illegale Glücksspielanzeigen auf den Plattformen existieren. Die Frage sei, ob das Unternehmen bereit sei, sie ernsthaft zu bekämpfen. Bis dahin, so Miller, agiert Meta de facto auf der falschen Seite.

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