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X verbietet Glücksspiel-Influencer – Was iGaming jetzt wissen muss

  • Stiller Politikwechsel mit großer Wirkung
    Am 13. Februar 2026 aktualisierte X seine Richtlinien für bezahlte Partnerschaften – ohne Ankündigung. Glücksspielprodukte landen damit auf der Liste der verbotenen Industrien.
  • Vollständiges Verbot aller bezahlten Kooperationen
    Influencer-Deals, Affiliate-Vereinbarungen, Botschafterprogramme und selbst Gratisgeschenke als Werbeinstrument sind für Glücksspielmarken ab sofort tabu.
  • Werbeanzeigen bleiben erlaubt – aber unter strengen Auflagen
    Klassische X-Werbekampagnen dürfen weiterhin laufen, müssen jedoch vorab genehmigt werden. Der Influencer-Kanal ist dagegen vollständig gesperrt.
  • Prominentes Beispiel Drake
    Noch im Dezember 2025 spielte Rapper Drake öffentlich ein Sweepstakes-Casino auf X – genau diese Art von Promotion ist nun Geschichte.
  • Konsequenzen für Verstöße
    Von der erzwungenen Löschung einzelner Beiträge bis zur vollständigen Kontosperrung: X macht Ernst. Wiederholungstäter trifft das härtere Ende der Skala.
  • X agiert nicht im Vakuum
    In den Niederlanden, Belgien, Polen und Italien gilt für Glücksspiel-Influencer-Werbung bereits ein gesetzliches Totalverbot. Brasilien folgte Anfang 2025, weitere Märkte prüfen ähnliche Schritte.
  • Werbeumsatz von fast 2,3 Milliarden Dollar auf dem Spiel
    X erzielte 2025 weltweit rund 2,3 Milliarden Dollar Werbeeinnahmen. Wie viel davon aus der Glücksspielbranche stammte, lässt die Plattform offen.
Redakteur Simon
Redakteur
Redakteur Enrico
Geprüft durch
  • Enrico Kierakow
Veröffentlicht

23.02.2026

Aktualisiert

23.02.2026

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Das Ende für X-Influencer im Glücksspiel?

Die Neuigkeit kursierte bereits durch Branchenkreise, bevor sie offiziell wurde: X – das einstige Twitter unter Elon Musks Führung – hat Glücksspielunternehmen den Influencer-Kanal abgedreht. Betroffen sind Lotterien, Social Casinos, Sportwetten und alles, was sich im weitesten Sinne als glücksspielbezogene Werbung qualifiziert. Der Schritt erfolgte still, ohne Pressemitteilung, aber mit klarer Signalwirkung für die gesamte Branche.

X definiert bezahlte Partnerschaften als die Einbindung einer Drittmarke, die einem Nutzer – etwa einem Influencer oder Content Creator – Vergütung oder Anreize gewährt, um ihr Produkt oder ihre Dienstleistung zu bewerben.

Für iGaming-Operatoren ist das kein kosmetischer Eingriff. Der Influencer-Kanal hatte sich über Jahre zu einem zentralen Akquisitionswerkzeug entwickelt – besonders rund um Großereignisse wie den Super Bowl oder die WM. Affiliate-Links, Bonuscodes, Wettkommentare von Streamern: All das fällt unter die neuen Verbote. Wer als Betreiber zuletzt stark auf Creator-Momentum gesetzt hat, muss nun umdenken.

Die Neuerung betrifft nicht nur Einzelpersonen. Auch Medienorganisationen, die Wettquoten oder provisionsbasierte Sportwetten-Links veröffentlichen, geraten unter Druck. Die Plattform macht dabei keinen Unterschied zwischen Hobby-Creatorn und professionellen Affiliate-Netzwerken – bezahlte Kooperation bleibt bezahlte Kooperation.

Warum X jetzt handelt – und was wirklich dahintersteckt

Auf den ersten Blick mag der Schritt wie ein Zugeständnis an den Regulierungsdruck wirken. Tatsächlich folgt er einer plattforminternen Logik: Werbeanzeigen lassen sich zentral kontrollieren. Geotargeting, Altersverifikation, Offenlegungspflichten – all das ist im Paid-Ads-System steuerbar. Influencer-Content ist dagegen dezentralisiert, dynamisch und kaum flächendeckend überwachbar. Affiliate-Links ändern sich. Bonusformulierungen entwickeln sich weiter. Grenzüberschreitende Reichweite entsteht durch Retweets und algorithmische Verstärkung, nicht durch bewusste Entscheidung. Für eine Plattform, die ohnehin unter Dauerkritik wegen Inhaltsmoderation und Markensicherheit steht, ist Glücksspiel ein regulatorisches Hochrisikofeld.

Die logische Konsequenz: Den gesamten Creator-basierten Promotionskanal kappen und nur noch kontrollierbare Werbeformate zulassen. X hat damit eine unternehmerische Risikoentscheidung getroffen. Das prominenteste Beispiel für die nun gestoppte Praxis lieferte ausgerechnet einer der bekanntesten Entertainer der Welt. Drake spielte im Dezember 2025 öffentlich ein Sweepstakes-Casino auf X – ein Video, das Millionen erreichte und als Blaupause für influencer-getriebene Glücksspielwerbung gilt. Genau diese Mechanik greift die neue Richtlinie an. Wettbonus360 berichtete über die Klage gegen Drake.

Dabei offenbart eine aktuelle YouGov-Erhebung, dass Celebrity-Endorsements im Glücksspiel ohnehin auf tönernen Füßen standen. Knapp die Hälfte der Befragten empfand den Einsatz bekannter Gesichter für Casinos oder Wettanbieter als Glaubwürdigkeitsproblem. Wer mit Promi-Bonus wirbt, riskiert, genau das Signal zu senden, das er vermeiden will: Unechtheit. Das sollte Marketingverantwortliche zu denken geben. Denn wenn Influencer-Werbung weder regulatorisch haltbar noch branding-technisch überzeugend ist, verengt sich der Spielraum doppelt.

Der internationale Kontext: X folgt einem globalen Trend

X ist kein Pionier, sondern eher ein später Nachzügler. In Europa gilt für Glücksspiel-Influencer-Werbung in vier Ländern bereits ein gesetzliches Totalverbot: Die Niederlande, Belgien, Polen und Italien haben diesen Schritt vollzogen. Rumänien steht wohl als Nächstes vor der gleichen Entscheidung. Brasilien ist seit dem Start des regulierten Bets-Markts am 1. Januar 2025 noch weiter gegangen: Influencer, Celebrities und Sportler dürfen seither keine bezahlte Werbung für Glücksspielprodukte machen. In Frankreich prüft die Regulierungsbehörde ANJ aktuell die Social-Media-Marketingregeln – eine Reform wird nach der FIFA WM 2026 erwartet.

In Großbritannien bleibt Influencer-Werbung für Glücksspiel erlaubt, unterliegt jedoch strengen CAP-Regeln und Alterskontrollpflichten. Das Vereinigte Königreich beobachtet, wägt ab – und könnte folgen. Der Druck auf Tech-Plattformen wächst global. X hat reagiert, bevor Regulatoren reagieren mussten.

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