- Kenneth Walker III raubt Patriots den Super Bowl
Der Seahawks-Running-Back erlief 135 Yards und wurde zum verdienten MVP gekürt. New England hatte seit 2023 keinem einzelnen Rusher mehr als 128 Yards zugelassen – bis zum wichtigsten Spiel der Saison. - Die Defensive-Dominanz war erdrückend
Seattle sackte Drake Maye sechsmal, erzwang zwei Interceptions und einen Fumble. Mit minus 0,329 EPA pro Snap lieferten die Seahawks die drittbeste Super-Bowl-Defense-Performance seit 2006 ab. - Maye blieb ohne Hilfe von McDaniels
Der Patriots-Quarterback warf nur einen einzigen Screen-Pass – in den letzten zwölf Sekunden des Spiels. Seine durchschnittliche Zeit bis zum Wurf betrug 3,08 Sekunden, viel zu lang gegen Seattles Pass Rush. - Zur Halbzeit war alles entschieden
9:0 zur Pause – kein Team, das zur Halbzeit ohne Punkte blieb, hat je den Super Bowl gewonnen. Die Patriots wurden 23 Minuten lang komplett von der Platte gefegt. - Gonzalez hielt die Ehre der Patriots hoch
Der junge Cornerback erlaubte nur drei Catches für 36 Yards bei sieben Targets, deflektierte drei Pässe und hielt selbst Jaxon Smith-Njigba (4 Catches, 27 Yards) in Schach. - Jason Myers schrieb Geschichte
Der Seahawks-Kicker versenkte alle fünf Field Goals und stellte damit einen neuen Super-Bowl-Rekord auf. Seine längsten Versuche aus jeweils 41 Yards waren eiskalt. - Die wettbonus360-Prognose lag goldrichtig
Unsere Experten tippten auf 23:20 für Seattle – das Endergebnis von 29:13 bestätigt die vorhergesagte Dominanz der Seahawks-Defense im vierten Viertel.
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00:00 / 00:00Seattles Defense liefert historisches Meisterstück
Die Zahlen lügen nicht. Minus 0,329 EPA pro Snap – nur die Indianapolis Colts 2006 und die Carolina Panthers 2015 waren in einem Super Bowl effizienter. Seattle brachte Drake Maye vom ersten Drive an unter Druck und ließ dem 23-Jährigen keine Sekunde zum Durchatmen. 27 von 43 Pässen fanden ihr Ziel, doch was auf dem Papier nach Effizienz aussieht, war in Wahrheit ein Kampf ums Überleben. Maye wurde sechsmal zu Boden gerissen – der Pass Rush um Byron Murphy III, Derick Hall und Uchenna Nwosu machte aus der Patriots-Offensive-Line Schweizer Käse. Zwei Interceptions und ein verlorener Fumble rundeten einen Albtraum-Abend für New Englands Hoffnungsträger ab.
| Viertel | Restzeit | Team | Aktion | Spielstand |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 11:58 | Seahawks | Field Goal (Jason Myers, 33 Yards) | 3 – 0 |
| 2 | 11:16 | Seahawks | Field Goal (Jason Myers, 39 Yards) | 6 – 0 |
| 2 | 0:11 | Seahawks | Field Goal (Jason Myers, 41 Yards) | 9 – 0 |
| 3 | 9:12 | Seahawks | Field Goal (Jason Myers, 41 Yards) | 12 – 0 |
| 4 | 13:24 | Seahawks | Touchdown (Pass von Darnold auf Barner) | 19 – 0 |
| 4 | 12:27 | Patriots | Touchdown (Pass von Maye auf Hollins) | 19 – 7 |
| 4 | 5:35 | Seahawks | Field Goal (Jason Myers, 26 Yards) | 22 – 7 |
| 4 | 4:27 | Seahawks | Touchdown (Interception durch Nwosu zurückgetragen) | 29 – 7 |
| 4 | 2:21 | Patriots | Touchdown (Pass von Maye auf Stevenson) | 29 – 13 |
Die Seahawks setzten auf 45,3 Prozent ihrer Pass-Rush-Snaps einen Stunt ein, der dritthöchste Wert in einem Super Bowl überhaupt. Sie brauchten kaum Blitzes – nur zwölf über die gesamte Partie –, denn wenn der Druck ankam, war er tödlich. 42,9 Prozent aller Pressures verwandelten sich in Sacks. Eine Quote, die selbst für Playoff-Standards außergewöhnlich ist. Besonders bitter: Der eigene Coordinater Josh McDaniels ließ seinen Quarterback völlig im Regen stehen. Kein Roll-Out, keine Screens, keine Play-Action-Pässe zur Entlastung. Maye musste 44 Mal aus einer Standard-Dropback-Formation werfen – gegen eine Defense, die genau darauf wartete.
Kenneth Walker III: Der verdiente MVP
135 Yards auf 27 Carries – Walker brach damit einen Bann. Die Patriots hatten seit Dezember 2023 keinem Running Back mehr erlaubt, die 128-Yard-Marke zu knacken. Auf der größten Bühne der Welt zerlegte der Seahawks-Back eine Defense, die zuvor für ihre Konstanz berühmt war. Acht Tackles brach Walker, durchschnittlich 3,3 Yards erlief er nach dem ersten Kontakt. Er zwang New England zur Einstellung: Sieben seiner Läufe brachten ein neues First Down. Sobald Walker in Fahrt kam, gab es kein Halten mehr. Ein 30-Yard-Lauf hier, ein 29-Yard-Gain dort – die Patriots konnten ihn nicht kontrollieren.
93 seiner 135 Yards erzielte Walker mit Läufen von zehn oder mehr Yards. Er lieferte genau die Explosivität, die Seattle brauchte, um ein Spiel zu kontrollieren, das niemals hektisch werden sollte. Und als es gegen Ende eng wurde, war er zur Stelle: Zwei Catches aus dem Backfield für 26 Yards hielten die Drives am Leben. Besonders bemerkenswert: Ein Breakaway-Touchdown wurde ihm durch Holding aberkannt. Ohne dieses Foul hätte Walker noch deutlich imposantere Zahlen vorzuweisen. Trotzdem reichte es locker für die MVP-Trophäe – die erste seiner Karriere und Seattles dritte nach Malcolm Smith und Cooper Kupp.
Patriots-Offense ohne Plan B
Die erste Halbzeit war ein einziges Desaster. Null Punkte zur Pause – eine historische Seltenheit, die seit Beginn der Super-Bowl-Ära noch nie zu einem Sieg geführt hat. New England kam nicht ins Spiel, weil Seattle ihnen systematisch jeden Raum nahm. Rhamondre Stevenson, der verlässliche Workhouse der Patriots, trug siebenmal für gerade einmal 23 Yards – dann verschwand das Laufspiel komplett. Nach der Halbzeit erhielt er keinen einzigen weiteren Handoff. Stattdessen sollte Maye das Spiel durch die Luft retten, doch ohne funktionierende Protection war das ein Himmelfahrtskommando.
TreVeyon Henderson kam als Rookie auf 19 Rushing-Yards, doch auch er konnte gegen Seattles Front keine Lücken finden. Die Seahawks erlaubten während der Regular Season ligaweit die wenigsten 3,7 Yards pro Carry – und im Super Bowl wurde diese Statistik schmerzlich bestätigt. Die größten Lichtblicke? Mack Hollins fing einen 35-Yard-Touchdown über die linke Schulter – ein seltener Moment der Hoffnung im dritten Viertel. Rhamondre Stevenson glövte einen Pass kurz vor dem Boden für einen weiteren Score mit 2:21 auf der Uhr. Doch zu diesem Zeitpunkt war das Spiel längst entschieden.
Besonders frustrierend: Die Patriots brachten nur sechs von 15 Third Downs – gegen eine Defense, die ligaweit mit 32,1 Prozent Third-Down-Conversion die härteste Nuss darstellte. Wenn New England die Ketten nicht bewegte, hatte Seattles Offense alle Zeit der Welt, das Spiel zu kontrollieren.

Christian Gonzalez: Einsame Lichtgestalt in dunkler Nacht
Während um ihn herum alles zusammenbrach, lieferte Christian Gonzalez eine Weltklasse-Leistung ab. Der junge Cornerback wurde siebenmal angespielt, erlaubte nur drei Catches für 36 Yards und deflektierte drei Pässe. Einer davon war beinahe eine Interception. Sein Matchup gegen Jaxon Smith-Njigba – den NFL Offensive Player of the Year mit 1.793 Yards in der Regular Season – war ein taktisches Meisterwerk. Smith-Njigba fing nur vier Pässe für 27 Yards bei zehn Targets. Gonzalez erstickte den gefährlichsten Playmaker auf dem Feld, ohne dabei Hilfe von Safeties zu benötigen.
Pässe in seine Coverage produzierten ein Passer Rating von nur 59,2. Er gewann am Catch Point, er gewann in der Phase, er gewann in der Geschwindigkeit. Ohne ihn wäre dieses Spiel womöglich bereits zur Halbzeit entschieden gewesen – statt erst im vierten Viertel. Auch Rashid Shaheed und Cooper Kupp, beide gefährlich aus der Slot-Position, fanden gegen die Patriots-Secondary wenig Raum. Kupp kam auf sechs Catches für 61 Yards, Shaheed auf zwei für 27. Solide Zahlen, aber keine Explosion.
Die Tragik: Gonzalez konnte nicht verhindern, dass sein Quarterback unter Dauerbeschuss stand. Er konnte nicht die sechs Sacks verhindern. Aber er tat alles in seiner Macht Stehende, um New England im Spiel zu halten – und verdient höchsten Respekt dafür.
Prognose erfüllt: Seattles Defense macht den Unterschied
Unsere wettbonus360-Experten lagen mit ihrer Vorhersage goldrichtig. Wir tippten auf 23:20 für die Seahawks und prognostizierten ein enges, punktearmes Duell, das im vierten Viertel entschieden würde. Zwar fiel das Endergebnis mit 29:13 deutlicher aus als erwartet, doch die Kernaussage bestätigte sich eindrucksvoll: Seattles Defense dominierte die Schlussphase und landete den entscheidenden Sack – übrigens die meisten Sacks jemals in einem Super Bowl (6). Der von uns befürchtete Ausfall von Zach Charbonnet schwächte Seattle tatsächlich in der Red Zone, doch Kenneth Walker kompensierte dies mit seiner historischen MVP-Performance. Drake Mayes Schulterverletzung erwies sich als größeres Problem als gedacht – ohne Mobilität wurde er zur Zielscheibe für Seattles Pass Rush. Die von uns prophezeite Schwäche der Patriots im vierten Viertel trat gnadenlos zutage: 16 Punkte kassierten sie im Schlussabschnitt, darunter ein Pick-Six, der das Spiel endgültig entschied.
Am Ende setzten sich genau die Faktoren durch, die wir im Vorfeld identifizierten: Eine historisch dominante Defense traf auf eine angeschlagenen Quarterback ohne ausreichende Hilfe von seinem Coaching Staff. Seattle ist damit zum zweiten Mal in dieser Ära Champion – und New England muss weiter auf Ring Nummer sieben warten.

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