- Rekordprognose für Super Bowl LX
Die American Gaming Association (AGA) rechnet mit einem legalen Wetteinsatz von 1,76 Milliarden Dollar beim kommenden Super Bowl zwischen den Seattle Seahawks und den New England Patriots. Das entspricht einem Anstieg von 26,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. - 39 Bundesstaaten ermöglichen legale Wetten
Erstmals können Amerikaner in 39 Bundesstaaten legal auf das Finale wetten. Missouri kam im Dezember 2025 als jüngster Markt hinzu – ausgerechnet ohne die heimischen Kansas City Chiefs im Spiel. - Prediction Markets drängen in den Markt
Neue Plattformen wie Kalshi und Robinhood bieten Sport-Kontrakte an, die rechtlich nicht als Sportwetten gelten. Kalshi verbuchte bereits 150 Millionen Dollar Handelsvolumen – ein Bruchteil der klassischen Sportsbooks, aber mit starkem Wachstum. - Mattress Mack setzt 2 Millionen auf Patriots
Der bekannte Möbel-Unternehmer Jim McIngvale platzierte eine spektakuläre Wette bei Caesars Sportsbook. Seine Promotion: Kunden erhalten bei Patriots-Sieg ihr Geld zurück – eine bewährte Marketing-Strategie. - New York vor New Jersey an der Spitze
Erstmals dürfte New York mit prognostizierten 171 Millionen Dollar Wetteinsatz den traditionellen Marktführer New Jersey (161 Millionen) überholen. Nevada rutscht mit 144 Millionen auf Rang drei ab. - Patriots-Teilnahme beflügelt Massachusetts
Der Bundesstaat Massachusetts profitiert mit geschätzten 78,7 Millionen Dollar Wetteinsatz von der Finalteilnahme des heimischen Teams – ein deutlicher Anstieg gegenüber Jahren ohne Patriots-Beteiligung.
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00:00 / 00:00Rekordmarke trotz verlangsamten Wachstums
Der amerikanische Sportwetten-Markt steuert auf einen neuen Höchstwert zu. Die AGA beziffert das erwartete Wettvolumen für den Super Bowl am 8. Februar 2026 auf 1,76 Milliarden Dollar. Legal Sports Report kommt mit 1,71 Milliarden Dollar zu einer ähnlichen Einschätzung. Beide Prognosen liegen deutlich über dem Vorjahreswert von rund 1,5 Milliarden Dollar. Das Wachstum fällt allerdings moderater aus als in den Vorjahren. 2019 summierte sich das Wettvolumen beim ersten Super Bowl nach der PASPA-Aufhebung auf etwa 200 Millionen Dollar – damals gerade mal in acht Bundesstaaten. Die Milliarden-Schwelle durchbrach das Finale erstmals 2023. Bill Miller, Präsident und CEO der AGA erklärt:
Kein anderes Event vereint Fans wie der Super Bowl. Die Rekordzahl zeigt, wie sehr Amerikaner Sportwetten als Teil des Erlebnisses schätzen.
Mittlerweile hat nahezu jeder Bundesstaat mit realistischen Legalisierungschancen den Schritt vollzogen. Die Expansion kommt zum Erliegen – das Wachstum speist sich nun aus der Marktvertiefung bestehender Märkte. Missouri erweiterte die Landkarte im Dezember als letzter Neuzugang. Der Bundesstaat wird zum Finale nur marginale Beiträge liefern: zu neu, zu klein, Chiefs nicht dabei.
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New York überholt die Konkurrenz
Die Wett-Geografie verschiebt sich. New York sollte erstmals die Spitzenposition erobern. Legal Sports Report prognostiziert 171 Millionen Dollar Wetteinsatz für den bevölkerungsreichsten Markt – 16 Prozent Wachstum zum Vorjahr. New Jersey muss trotz solider 161 Millionen zurückstecken und auf Rang zwei abrutschen.
Nevada bereitet Sorgen. Las Vegas galt jahrzehntelang als unumstrittene Wett-Hauptstadt Amerikas. Doch sinkende Touristenzahlen – minus 7,5 Prozent im Jahr 2025 – und horrende Preise für Super-Bowl-Sitzplätze dämpfen die Erwartungen. Hinzu kommt: Kalifornier müssen für Sportwetten nicht mehr nach Nevada fahren. Prediction Markets ermöglichen ihnen bequem von zu Hause aus Spekulationen auf den Super Bowl.
Die Abwesenheit der Los Angeles Rams verschärft die Lage. 2022 und 2024 profitierten Nevadas Sportsbooks spürbar von kalifornischen Teams im Finale. 2026 fehlt dieser Boost komplett. LSR kalkuliert mit 144 Millionen Dollar für Nevada – ein weiterer Rückgang nach dem letztjährigen Abstieg von Platz eins. Pennsylvania landet bei knapp 97 Millionen Dollar – ein Effekt der fehlenden Philadelphia Eagles. Illinois kratzt trotz Bears-Playoff-Teilnahme nur an der 114-Millionen-Marke. Ohio und Florida überschreiten die 100-Millionen-Schwelle, während Massachusetts dank Patriots-Euphorie auf 78,7 Millionen hochschnellt.
Mattress Mack spielt sein Spiel
Jim McIngvale verkörpert amerikanisches Marketing-Kalkül. Der 74-jährige Möbel-Unternehmer aus Houston setzte 2 Millionen Dollar auf einen Patriots-Sieg bei Caesars Sportsbook. Quote: 3,00, potenzielle Auszahlung: 4 Millionen Dollar. Seine größte Einzelwette vor dem Super Bowl, wie ESPN berichtete. Die Mechanik dahinter funktioniert seit Jahren. Gallery Furniture verspricht Kunden: Kaufe für mindestens 4.000 Dollar ein und erhalte bei Patriots-Triumph dein Geld zurück. Die Wette sichert McIngvales Risiko ab. Steigen die Möbelverkäufe, finanziert der Mehrumsatz die Rückerstattungen. Gewinnen die Patriots, zahlt Caesars. Verlieren sie, behält McIngvale sowohl Wetteinsatz als auch Zusatzumsatz.
2022 gelang der Coup: 75 Millionen Dollar kassierte „Mattress Mack“, als die Houston Astros die World Series gewannen. Tampa Bay Buccaneers brachten 2021 ebenfalls Gewinn. Die Cincinnati Bengals 2022 kosteten dagegen 4,5 Millionen Dollar. 2025 pausierte McIngvale nach einer Operation. Die Kritik wächst trotzdem. Der Houston Chronicle hinterfragte scharf, ob McIngvale überhaupt als Gambler durchgehe – schließlich hedged er systematisch. Ein weiterer Wetthai platzierte 1,1 Millionen Dollar auf eine andere Super-Bowl-Wette, ebenfalls dokumentiert. Das Wettverhältnis kippt: Nicht mehr die Buchmacher, sondern findige Unternehmer nutzen das System zu Marketingzwecken.

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