WIR ❤ SPORTWETTEN

Wettbonus / Blog / Deutschland: Bet3000 verliert erneut Sportwetten-Lizenz

Deutschland: Bet3000 verliert erneut Sportwetten-Lizenz

  • Bet3000 verliert erneut seine Online-Lizenz.
    Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) strich den Anbieter Mitte September 2025 wieder von der Whitelist.
  • Hintergrund ist ein laufender Rechtsstreit.
    Das OVG Sachsen-Anhalt stellte die aufschiebende Wirkung der Klage gegen den Widerruf nur teilweise wieder her.
  • Stationäre Bet3000-Filialen bleiben geöffnet.
    Der Sofortvollzug gilt ausschließlich für den Online-Bereich.
  • Chronologie zeigt lange Konfliktlinie.
    Seit Juli 2024 streiten Bet3000 und GGL über angebliche technische Mängel und die Rechtmäßigkeit des Lizenzentzugs.
  • Gericht in Halle gab Bet3000 im Juni 2025 Recht.
    Daraufhin durfte der Anbieter kurzfristig wieder bundesweit online Sportwetten anbieten.
  • Kooperation mit pferdewetten.de AG beschlossen.
    Bet3000-Angebote werden künftig mit Software von sportwetten.de betrieben, die Filialen ins Franchise-Netz eingebunden.
  • Marke Bet3000 soll bestehen bleiben.
    Trotz Lizenzproblemen und Umstrukturierungen bleibt der Markenauftritt am Markt präsent.
Redakteur Simon
Redakteur
Redakteur Enrico
Geprüft durch
  • Enrico Kierakow
Veröffentlicht

17.09.2025

Aktualisiert

17.09.2025

Zwischen Gericht und Behörde: ein langer Rechtsstreit

Seit Sommer 2024 zieht sich der Konflikt zwischen Bet3000 und der GGL hin. Ausgangspunkt war der Lizenzentzug wegen angeblicher technischer Mängel, der Bet3000 zunächst komplett aus dem Online-Geschäft drängte. Stationäre Annahmestellen konnten erst nach einer Zwischenverfügung wieder öffnen.

Im Juni 2025 folgte die Kehrtwende: Das Verwaltungsgericht Halle hob den Sofortvollzug auf und bezeichnete den Entzug als rechtswidrig. Damit erhielt Bet3000 seine Sportwetten-Lizenz zurück und war wieder auf der Whitelist zu finden. Doch die GGL legte umgehend Rechtsmittel ein und kündigte weitere Schritte an.

Nun kam die erneute Wende: Das OVG Sachsen-Anhalt entschied im September 2025, die Klage habe nur teilweise aufschiebende Wirkung. Der Sofortvollzug bleibt für den Online-Bereich bestehen – Bet3000 musste erneut von der Whitelist verschwinden.

Stationär erlaubt, online blockiert

Die Folgen sind klar getrennt: Während die rund 250 Wettannahmestellen in Deutschland weiterhin Sportwetten anbieten dürfen, bleibt das Online-Angebot von bet3000.de gesperrt. Nach Auffassung des OVG überwiegt bei den Filialen das Interesse von IBA Entertainment, während beim Online-Bereich die Regulierung Vorrang hat.

Damit steckt der Wettanbieter erneut in einem Schwebezustand. Die endgültige Entscheidung wird erst im Hauptsacheverfahren fallen. Bis dahin bleibt Bet3000 im Online-Markt außen vor – ein herber Rückschlag für den digitalen Geschäftsbereich.

Bet3000 schießt scharf gegen die GGL

Für zusätzlichen Zündstoff sorgt ein offener Brief, den Geschäftsführerin Melina Borisic im Mai 2025 veröffentlichte. Darin wirft sie der GGL Machtmissbrauch, Intransparenz und fehlende Gesprächsbereitschaft vor. Regulierung, so Borisic, sei zu einer „Karikatur“ verkommen – die Behörde schade nicht nur dem Unternehmen, sondern untergrabe das Fundament des gesamten legalen Glücksspielmarktes in Deutschland.

Wir haben keine zweite Kasse. Keine Schattenstruktur. Kein Steuertrick-Modell.

Besonders heftig fiel die Kritik an den aus Bet3000-Sicht unbegründeten Lizenzentzügen aus. Die GGL habe frühere technische Mängel herangezogen, obwohl diese längst behoben gewesen seien. Zudem beklagt das Unternehmen fehlende Kommunikation: Mehr als 600 Seiten an Analysen und Unterlagen seien bei der Behörde gelandet, ohne dass eine Rückmeldung erfolgt sei.

Bet3000 sieht sich dadurch in seiner Existenz gefährdet – und zugleich um Millionenbeträge an Steuereinnahmen gebracht. Das Unternehmen kündigte an, weitere rechtliche Schritte einzuleiten, darunter Verwaltungsgerichtsverfahren, Amtshaftungsklagen und parlamentarische Kontrolle.

Strategische Neuausrichtung mit sportwetten.de

Parallel zu den juristischen Auseinandersetzungen hat Bet3000 seine Geschäftsstrategie angepasst. Am 9. September 2025 wurde eine Kooperation mit der pferdewetten.de AG bekanntgegeben. Künftig wird das Bet3000-Angebot technisch über die Software von sportwetten.de laufen.

Auch die stationären Wettshops sollen Teil des sportwetten.de-Franchise-Netzes werden. Die Marke Bet3000 bleibt dabei eigenständig bestehen, bekommt jedoch einen neuen operativen Unterbau. Für den deutschen Markt könnte dies ein Weg sein, trotz der regulatorischen Unsicherheiten handlungsfähig zu bleiben.

War der Inhalt hilfreich?
[Total: 1 Average: 5]

Keine Kommentare vorhanden


Sie haben eine Frage oder Meinung zum Artikel?

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht