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Fagioli und Tonali: Strafverfahren im Wettskandal abgeschlossen

  • Strafverfahren abgeschlossen
    Nach fast drei Jahren juristischer Aufarbeitung hat das Wettskandal-Verfahren gegen Sandro Tonali und Nicolò Fagioli ein rechtskräftiges Ende gefunden. Beide Spieler einigten sich im Strafverfahren auf einen Vergleich.
  • Tonali zahlt, Fagioli bekommt Bewährung
    Newcastle-Profi Tonali muss rund 78.000 Euro Geldstrafe begleichen. Fagioli akzeptierte eine einmonatige Haftstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.
  • Strafen auf ein Drittel reduziert
    Durch die Einigung auf ein Strafvergleichsverfahren wurden die ursprünglich möglichen Strafen um zwei Drittel gekürzt. Kooperation hat sich für beide ausgezahlt.
  • Sportrechtlich bereits abgeschlossen
    Die FIGC hatte die Spieler 2023 mit Sperren belegt. Die nun abgeschlossenen Ermittlungen betrafen ein separates Strafverfahren wegen der Nutzung und Verbreitung illegaler Wettplattformen.
  • Ermittlungen seit April 2025
    Das Strafverfahren war unabhängig von den sportrechtlichen Sanktionen und richtete sich gegen rund ein Dutzend Profispieler der Serie A.
  • Tonali gestand Wetten auf eigenen Klub
    Besonders schwer wog der Vorwurf, dass Tonali während seiner Zeit beim AC Mailand auch auf Spiele seines eigenen Teams gesetzt haben soll.
  • Fall gilt als definitiv beendet
    Mehrere italienische Medien bestätigten übereinstimmend: Die Ermittlungen sind abgeschlossen. Ein juristischer Schlussstrich unter einen der größten Fußballskandale Italiens seit Jahren.
Redakteur Simon
Redakteur
Redakteur Enrico
Geprüft durch
  • Enrico Kierakow
Veröffentlicht

11.05.2026

Aktualisiert

11.05.2026

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Schlusspfiff im Wettskandal: Tonali und Fagioli kommen glimpflich davon

Der Fall, der den italienischen Fußball 2023 in seinen Grundfesten erschütterte, hat nun ein juristisches Ende gefunden, rund zweieinhalb Jahre nach den ersten Enthüllungen. Die Turiner Staatsanwaltschaft schloss ihre Ermittlungen gegen Sandro Tonali und Nicolò Fagioli ab. Das Ergebnis: Beide Profis einigten sich auf Strafvergleiche und vermieden damit ein reguläres Gerichtsverfahren.

Unabhängig von der Art der Ermittlungen waren die Spieler in dieser Situation nicht in der Verfassung für die kommenden Aufgaben.

Tonali, inzwischen für Newcastle United in der Premier League aktiv, muss rund 78.000 Euro Strafe zahlen. Sein ehemaliger Weggefährte Fagioli, der heute für die Fiorentina spielt, akzeptierte eine einmonatige Haftstrafe auf Bewährung. Das klingt nach milden Konsequenzen, und das ist es auch. Durch das gewählte Vergleichsverfahren reduzierten sich die ursprünglich drohenden Strafen auf ein Drittel. Wer kooperiert, wird belohnt: ein Grundprinzip, das sich durch den gesamten Fall zieht.

Was die Staatsanwaltschaft wirklich vorwarf

Beim Wettskandal handelte es sich nicht schlicht um private Wetten auf Sportereignisse. Die Ermittler, die ihr Verfahren im April 2025 förmlich eröffneten, legten den Spielern erheblich mehr zur Last. Neben der Nutzung illegaler Online-Wettplattformen sollen Tonali und Fagioli diese Seiten auch aktiv unter Berufskollegen beworben haben. Darüber hinaus stehen im Raum: Konten auf diesen Plattformen für Mitspieler eingerichtet und Zahlungen abgewickelt zu haben.

Das verleiht dem Fall eine andere Qualität. Aus einem individuellen Fehlverhalten wurde mutmaßlich ein Netzwerk, zumindest informell. Die Ermittlungen richteten sich nicht nur gegen die beiden bekanntesten Namen, sondern gegen ein gutes Dutzend Profis aus der Serie A. Die Dimension des Skandals geht damit weit über das hinaus, was 2023 öffentlich wurde. Tonali gestand damals, dass seine Wetten auch Partien seiner eigenen Mannschaft umfassten, dem AC Mailand. Dieser Umstand verschärfte die sportrechtlichen Konsequenzen erheblich und war ein wesentlicher Grund, warum seine Sperre deutlich länger ausfiel als jene von Fagioli.

Der lange Weg durch zwei Verfahren

Den meisten Fußballfans sind die sportrechtlichen Sanktionen geläufig. Im Oktober 2023 verhängte die FIGC gegen Tonali eine Zehn-Spiele-Sperre sowie eine Geldstrafe von 20.000 Euro; zusätzlich musste er an Aufklärungsveranstaltungen zum Thema Spielsucht teilnehmen und begab sich in achtmonatige Therapie. Fagioli traf es mit einem siebenmonatigen Spielverbot und einer Geldstrafe von 12.500 Euro hart, kam insgesamt aber glimpflicher davon.

Im Mai 2024 trat eine weitere Instanz auf den Plan: Eine unabhängige britische Aufsichtsbehörde belegte Tonali wegen seiner Aktivitäten zusätzlich mit einer zweimonatigen Sperre auf Bewährung und einem Bußgeld von umgerechnet rund 23.400 Euro, da seine Vergehen auch die Zeit bei Newcastle betrafen. Für den Mittelfeldspieler wurde der Skandal damit zu einer juristischen Dauerbaustelle, die ihn quer durch mehrere Rechtsordnungen verfolgte.

Das nun abgeschlossene Strafverfahren lief stets parallel zu diesen sportrechtlichen Prozessen und war juristisch das schwerere Kaliber. Am Ende stehen Vergleiche statt Urteile. Ein klares Eingeständnis von Schuld bedeutet das nicht zwingend, wohl aber die pragmatische Entscheidung beider Seiten, einen langen Prozess zu vermeiden.

Spielsucht als Begleitthema

Was den Wettskandal von einem gewöhnlichen Regelverstoß unterscheidet, ist die menschliche Komponente dahinter. Fagioli gab damals schockierende Einblicke in das Ausmaß seiner Spielsucht. Tonali kündigte unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe an, sich in therapeutische Behandlung zu begeben und tat es auch. Acht Monate Therapie, begleitet von einer öffentlichen Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten.

Der Verband FIGC sah in der Spielsucht keine mildernden Umstände bei der Regelverletzung als solcher, erkannte jedoch die Bereitschaft zur Aufarbeitung an. Genau deshalb sehen die Regelwerke von FIGC, UEFA und FIFA Strafminderungen vor, wenn Beschuldigte mit den Ermittlern zusammenarbeiten. Fagioli und Tonali nutzten diesen Weg, sportrechtlich wie strafrechtlich.

Die Frage, ob der Profifußball insgesamt ein Suchtproblem hat, blieb nach den Ereignissen im Raum. Fabrizio Corona, der die Enthüllungen 2023 ins Rollen brachte, deutete seinerzeit an, dass Tonali, Fagioli und der ebenfalls beschuldigte Nicolò Zaniolo nur die Spitze eines Eisbergs seien. Ob das der Fall war, bleibt unklar, doch die Dimension der Ermittlungen mit einem Dutzend Verdächtigen legt nahe, dass Einzelfälle es nicht waren.

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