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Insider-Wettbetrug: Ex-NBA-Profi Jones bekennt sich schuldig

  • NBA-Insider gesteht Wettbetrug mit LeBron-Verletzungsdaten
    Damon Jones, Ex-Spieler und ehemaliger Lakers-Assistent, legte am 28. April 2026 in Brooklyn ein umfassendes Schuldbekenntnis ab. Zwei Anklagepunkte wegen Betrugs, in beiden Fällen schuldig.
  • „Setzt auf Milwaukee, bevor es rauskommt“
    Per SMS koordinierte Jones Wetten auf Basis nicht-öffentlicher Verletzungsinformationen über LeBron James und Anthony Davis. Der Tipp kam Stunden vor dem Spiel, noch bevor die NBA-Verletzungsliste aktualisiert war.
  • Rigged Poker mit Mafia-Beteiligung
    Illegale Pokerrunden in Miami und den Hamptons, manipulierte Mischmaschinen, versteckte Kameras, Röntgengeräte am Tisch und dahinter: die Gambino-, Genovese- und Bonanno-Familien.
  • Schaden von über 10 Millionen Dollar
    Die Pokerbetrugsmasche kostete mehr als zehn Opfer zusammen über 9,5 Millionen Dollar. Hinzu kommen Verluste bei Sportsbooks wie DraftKings und FanDuel.
  • Bis zu fünf Jahre Haft drohen
    Die Strafmaßrichtlinien sehen 21–27 Monate für den Wetteinsatz und 48–63 Monate für das Pokervergehen vor. Urteilsverkündung: 6. Januar 2027.
  • Erster Schuldiger in einem 34-Personen-Verfahren
    Jones ist der erste der mehr als 30 Angeklagten, der einen Deal annimmt, darunter NBA-Trainer Chauncey Billups und Heat-Guard Terry Rozier.
Redakteur Simon
Redakteur
Redakteur Enrico
Geprüft durch
  • Enrico Kierakow
Veröffentlicht

04.05.2026

Aktualisiert

04.05.2026

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Vom Spielfeld in den Gerichtssaal: Der Fall Damon Jones

Wer Damon Jones in seiner aktiven Zeit kannte, kannte einen Mann mit absolutem Selbstvertrauen. „Bester Shooter der Welt“ – das war sein Anspruch, den er lautstark vertrat. Elf NBA-Saisons, zehn Teams, mehr als 20 Millionen Dollar Gehalt. Und 2016, als Assistenzcoach der Cleveland Cavaliers, stand er am Rand des Feldes, als LeBron James den einzigen Meistertitel der Franchise-Geschichte holte. In seinem Schuldgeständnis verlautbarte Jones vor dem Bundesgericht in Brooklyn:

Ich möchte mich aufrichtig beim Gericht, meiner Familie, meinen Kollegen und der NBA entschuldigen.

Doch am Dienstag sah der 49-Jährige in einem anderen Licht: schwarzer Anzug, gesenkter Blick, eine vorbereitete Erklärung in der Hand. Jones war der erste unter mehr als 30 Angeklagten in einem breit angelegten FBI-Verfahren, der einen Plea Deal abschloss. Zwei Verhandlungen, zwei Schuldbekenntnisse, in rascher Folge vor Richter Joseph Marutollo in Brooklyn.

Verletzungswissen als Währung

Der Kern des Sportwettenbetrugs war denkbar simpel: Jones besaß Informationen, die andere nicht hatten. Als inoffizieller Assistenzcoach der Los Angeles Lakers in der Saison 2022/23 hatte er Zugang zu Umkleidekabinen und medizinischen Informationen. Diesen Vorsprung monetarisierte er konsequent. Am 9. Februar 2023 tippte er seinem Komplizen: „Get a big bet on Milwaukee tonight before the information is out.“ LeBron James stand zu dem Zeitpunkt noch nicht auf der offiziellen Verletzungsliste. Stunden später wurde er wegen einer Knöchelverletzung gestrichen. Milwaukee gewann 115:106. Jones hatte geliefert.

Ein Jahr später, im Januar 2024, verkaufte er eine weitere Information: Anthony Davis werde wegen einer Verletzung begrenzte Einsatzzeit bekommen. Der Sportwetter Marves Fairley setzte daraufhin 100.000 Dollar auf Oklahoma City. Der Tipp war falsch. Davis spielte wie gewohnt, erzielte 27 Punkte und 15 Rebounds. Fairley verlangte seine 2.500 Dollar Provision zurück. Auch diese Episode findet sich in der Anklageschrift.

Das Pokerspiel hinter dem Pokerspiel

Parallel zum Wettbetrug war Jones in ein aufwendig inszeniertes Betrugsschema bei Privatpokerrunden verwickelt. Seine Aufgabe: als „Face Card“ zu fungieren. Berühmte Spieler ziehen prominente Gäste an, prominente Gäste bringen Geld mit, und das war kalkuliert so geplant. Die Runden in Miami-Villen und Hamptons-Residenzen wirkten nach außen wie exklusive Events. Tatsächlich waren sie technisch präpariert: modifizierte Mischmaschinen, eingebaute Kameras, spezielle Brillen mit Röntgentechnik im Tisch. Unwissende Teilnehmer hatten keine Chance.

Für seine Teilnahme an einer Runde in den Hamptons kassierte Jones laut Anklage 2.500 Dollar. Die Anweisung: auf Mitspieler achten, im Zweifel folden. Sein damaliger Kommentar per SMS – „Y’all know I know what I’m doing!!“ – klingt im Nachhinein wie eine unfreiwillige Selbstbeschreibung. Hinter den Kulissen profitierten drei New Yorker Mafia-Familien von den Einnahmen und sorgten mit Gewalt dafür, dass Schulden beglichen wurden.

Ein Verfahren mit großen Namen

Der Fall Jones ist eingebettet in ein deutlich größeres Ermittlungskomplex. Unter den 34 Angeklagten finden sich neben Mitgliedern der organisierten Kriminalität auch prominente NBA-Figuren. Chauncey Billups, Hall-of-Famer und aktueller Headcoach der Portland Trail Blazers, ist wegen seiner angeblichen Beteiligung an den Pokerrunden angeklagt. Terry Rozier, derzeit bei den Miami Heat unter Vertrag, soll laut neuer Vorwürfe sogar aktiv Bestechungsgelder eingefordert haben, indem er ein vorgetäuschtes Verlassen eines Spiels koordinierte.

Keiner der anderen Angeklagten hat bisher eine ähnliche Bereitschaft zur Kooperation gezeigt. Jones dagegen sicherte sich durch seinen Plea Deal einen Strafnachlass von 15 Monaten im Poker-Fall – vorausgesetzt, er bekannte sich bis zum 30. April schuldig. Diese Frist schaffte er mit zwei Tagen Spielraum. Sportwetter Marves Fairley, eine Schlüsselfigur in mehreren Parallelverfahren, soll ebenfalls ein Geständnis planen. Sein Anwalt war zunächst nicht erreichbar.

Strukturwandel im US-Sportwettmarkt und seine Schattenseiten

Der Fall Jones steht exemplarisch für einen Strukturwandel, der 2018 seinen Ausgangspunkt nahm. Damals kippte der Supreme Court das bundesweite Sportwettenverbot. Seitdem regulieren die Einzelstaaten das Thema eigenständig. Heute akzeptieren 39 Bundesstaaten legale Sportwetten, das Marktvolumen explodierte.

Mit der Expansion wuchs auch das Missbrauchspotenzial. Wer Insiderwissen besitzt, sitzt an einem Hebel, der Millionen bewegen kann. US-Bundesanwalt Joseph Nocella brachte es auf den Punkt: Jones habe seinen Namen und seine Netzwerke genutzt, um eine multidimensionale kriminelle Wettoperation aufzubauen. Vertrauliche Kabinengespräche und medizinische Informationen wurden zur Handelsware. Parallel zum Brooklyn-Verfahren laufen in Philadelphia Ermittlungen gegen 26 Personen, die angeblich College-Basketball-Spiele sowie Partien der Chinese Basketball Association manipuliert haben sollen.

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