- Kärnten vergibt Glücksspiel-Lizenzen für Automaten neu.
Bis Herbst 2025 entscheidet das Land, welche Anbieter bis 2035 aktiv sein dürfen. - Drei Bewerber kämpfen um 475 Konzessionen.
Admiral, Amatic und Fair Games wollen sich den Markt sichern – bei maximal 26 Standorten. - Spielerschutz steht im Mittelpunkt der Bewertung.
Technische Sperren, Limits und Alterskontrollen zählen mehr als finanzielle Angebote. - Auch Standortplanung wird strenger geregelt.
Mindestabstände zu sensiblen Einrichtungen sollen problematisches Spielverhalten vorbeugen. - Die Vergabe entscheidet über Marktverhältnisse bis 2035.
Wer den Zuschlag erhält, prägt das legale Automatenangebot für ein Jahrzehnt. - Kärnten wird zum Modell für ganz Österreich.
Die Neuregelung könnte als Blaupause für bundesweite Reformen dienen.
Kärnten vergibt Glücksspiel-Lizenzen neu
In Kärnten läuft derzeit eine der wichtigsten Neuausschreibungen der österreichischen Glücksspielbranche. Bis Herbst 2025 entscheidet das Land, welche Anbieter in den kommenden zehn Jahren das sogenannte „kleine Glücksspiel“ in Form von Spielautomaten betreiben dürfen. Auf dem Spiel stehen insgesamt 475 Lizenzen – und damit ein Markt, der nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich hohe Wellen schlägt.

Spielerschutz im Mittelpunkt
Die Grundlage der Neuvergabe ist das aktualisierte Kärntner Glücksspielautomatengesetz von 2024. Das zentrale Ziel: ein Höchstmaß an Spielerschutz. 55 % der Bewertung entfallen auf Schutzmechanismen wie Altersverifikation, Sperrsysteme, Limits und das verpflichtende Monitoring durch das Bundesrechenzentrum. Nur wer glaubhaft zeigt, wie Verantwortung, Technik und Prävention zusammenspielen, hat eine Chance. Reine Papierversprechen reichen nicht mehr – es zählt, was im laufenden Betrieb umgesetzt wird.
Besonders im Fokus steht dabei die Nutzung moderner Zugangssysteme – etwa durch personalisierte Spielerkarten oder biometrische Erkennung. Außerdem sind alle Anbieter verpflichtet, Tools zur Früherkennung von Spielsucht einzusetzen und regelmäßig auf problematisches Spielverhalten zu reagieren. Der Anspruch: Glücksspiel soll streng reguliert, nachvollziehbar und möglichst risikoarm gestaltet werden.
Entscheidend wird sein, wie glaubwürdig die Bewerber ihren Spielerschutz digital abbilden – reine Papierkonzepte reichen heute nicht mehr.
Admiral, Amatic, Fair Games: Drei Bewerber, begrenzter Raum
Mit Admiral Casinos, Amatic Entertainment und Fair Games bewerben sich drei bekannte Player. Sie planen insgesamt 463 Geräte an maximal 26 Standorten. Pro Lizenzblock sind wie bisher 50 Automaten erlaubt, was eine übermäßige Marktkonzentration verhindern soll.
Interessant: Während Admiral in der Vergangenheit dominierte, gibt es diesmal politische Diskussionen rund um die Eigentümerstruktur – das Unternehmen befindet sich nicht mehr in österreichischer Hand. Branchenkenner sehen dadurch Bewegung im Bewerberfeld.
Zukunftsmodell für ganz Österreich?
Was in Kärnten passiert, könnte Signalwirkung haben. Auf Bundesebene ist eine umfassende Glücksspielreform geplant, inklusive unabhängiger Kontrollinstanz. Kärnten geht mit gutem Beispiel voran: Strenge Standards, klare Regeln und technische Nachvollziehbarkeit setzen neue Maßstäbe.
Die Entscheidung bis Herbst ist nicht nur für die Anbieter strategisch wichtig. Sie schafft Planungssicherheit, ermöglicht Investitionen und stärkt das Vertrauen in ein reguliertes Glücksspielangebot.
Fakten auf einen Blick
- Lizenzlaufzeit: 2025–2035
- Maximalanzahl Geräte: 475 (1 Automat pro 1.200 Einwohner)
- Bewerber: Admiral, Amatic, Fair Games
- Bewertungsschwerpunkt: 55 % Spielerschutz
- Zentrale Kontrolle: Überwachung durch das Bundesrechenzentrum
- Ausschluss übermäßiger Gewinne: max. 10.000 € Gewinn/Jahr pro Gerät
- Jährliche Gebühr: 10 € pro Automat

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