Ab der Saison 2026/27 droht den Premier-League-Klubs ein massiver Einnahmeeinbruch. Elf Mannschaften, darunter Liverpool, Newcastle, Brighton, West Ham und Bournemouth, werben aktuell auf ihren Trikots für Glücksspielanbieter. Durch das das geplante Verbot solcher Sponsoren auf der Trikotvorderseite könnten die Werbeeinnahmen der Klubs um bis zu 60 % einbrechen. Grund dafür ist, dass sich allein der Wert der Glücksspiel-Deals auf rund 60 Millionen Pfund pro Jahr beläuft.
Studie errechnet Gesamtausfall
Eine Studie des OLBG (Online Betting Guide) schätzt den möglichen Gesamtausfall auf über 126 Millionen Pfund. Besonders kleinere und untere Ligaklubs dürfte es vor Probleme stellen, in kurzer Zeit vergleichbare Einnahmen zu finden. Selbst Top-Teams wie Liverpool, Manchester United oder Arsenal, mit globalen Markenwerten im zweistelligen Millionenbereich, könnten Schwierigkeiten haben, die Lücke zu schließen.

Sponsoring-Neuausrichtung: Von Wetten zu Crypto & Co.
Um den Wegfall der Glücksspielmillionen zu kompensieren, schauen Klubs zunehmend auf Krypto-, Technologie- und Trading-Unternehmen. Bereits 2024 wurde ein Investitionssprung um etwa 20 % bei Kryptosponsoring verzeichnet. Das waren rund 400 Millionen Pfund. Unter anderem setzten ManUnited, Arsenal und Bournemouth anstatt auf Glücksspiel auf Crypto-Firmen. Experten warnen jedoch vor überhöhten Preisen. Oftmals seien die Deals höher bewertet als ihr Marktwert. Das macht sie für Sponsoren zu riskanten Spekulationen.
Sean Connell von The Sponsor erläutert: „Uniteds Fanbasis und Kommerz-Historie bleiben stark, aber die Kluft zwischen Potenzial und Leistung wird größer – und das fällt auch den Sponsoren auf.“ Diese wachsende Diskrepanz könnte manch großen Vertrag in Frage stellen.
Regulatorische Kritik & ethische Bedenken
Sportverbände wie The Big Step kritisieren das Verbot als inkonsequent: Es betrifft lediglich Trikotvorderseiten. An Rückseiten, Armen, LED-Werbung und Stadionsponsoring ändert sich nichts. Eine GambleAware-Umfrage zeigt, dass zwei Drittel der Bevölkerung striktere Regeln befürworten – auch jenseits der Trikotfläche
Ein besonders heikler Fall betraf Everton: Der Sponsor Stake zog sich nach einem kontroversen Video in Nottingham aus Großbritannien zurück. Die britische Gambling Commission warnte Everton, Nottingham Forest und Leicester City vor illegaler Sponsoringpraxis und drohte bei Missachtung mit Bußgeldern oder Freiheitsstrafen
Wir von wettbonus360 stellen uns die Frage, ob die Werbung für Krypto besser ist als für Sportwetten. Wir würden die Vereine nicht beschränken für Sportwetten zu werben. Aber wir würden die Clubs dazu verpflichten einen Prozentsatz der Einnahmen aus Wetten für die Prevention von Sportwetten zu investieren.
Das Verbot der Glücksspielwerbung auf Trikots markiert einen Wendepunkt. Zahlreiche Premier-League-Klubs wollen Sponsoren aus ethisch unbedenklichen Branchen finden, etwa aus den Bereichen Krypto, Tech oder Finanzen. Einige Branchenexperten und Klubverantwortliche hierin sehen Chancen wie Reputationsgewinn und langfristige Stabilität. Verträge mit Krypto- und Tech-Firmen könnten nachhaltiger sein als kurzfristige Glücksspieldeals.
Ein sauberes Sponsoringprofil könnte das Image stärken und Zugang zu verantwortungsvolleren Partnern bieten. Dennoch bleibt die Umsetzung nicht ohne Hindernisse: Vor allem Vereine ohne historische Strahlkraft oder große Erfolge stehen vor lukrativen Alternativen. Es drohen finanzielle Verluste von bis zu 10 Millionen Pfund pro Saison.
Ab 2026/27 wird sich das Sponsoringbild der Premier League deutlich verändern. Wird es den Vereinen gelingen, ihre Trikotflächen mit ethisch akzeptableren und finanziell attraktiven Partnern zu füllen? Oder führt das Verbot zu Einnahmeverlusten, die nur schwer zu kompensieren sind? Oder vielleicht sehen wir einen der Wettanbieter trotzdem auf dem Trikot nur mit dem Krypto-Backround?

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