- Wirtschaftskammer Vorarlberg fordert Legalisierung des kleinen Glücksspiels.
Durch eine eigene Lizenzierung könnten jährlich über 4 Mio. Euro in die Landeskasse fließen. - Mehr als 1.000 illegale Automaten in Betrieb.
Der geschätzte Steuerschaden für Land und Bund liegt bei über 20 Mio. Euro. - Erfahrungen aus anderen Bundesländern als Vorbild.
In fünf Ländern sind Automatensalons bereits erlaubt oder in Vorbereitung. - Spielerschutz als zentrales Argument.
Strikte Vorgaben wie Ausweiskontrollen, Standortabstände und Sperrdatenbanken sollen greifen. - Kritik von den Grünen.
Nina Tomaselli nennt den Vorschlag eine „gefährliche Budgetmaßnahme“ zulasten von Süchtigen. - Bundesweite Reform in Aussicht.
2027/28 laufen bestehende VLT-Konzessionen aus – ohne neue Regelung drohen Einnahmeverluste. - Politische Entscheidung steht noch aus.
Ob Vorarlberg den Kurswechsel wagt, liegt nun bei Landesregierung und Landtag.
Millioneneinnahmen statt Sparpakete?
Vorarlberg steht wie viele Bundesländer unter Druck, Einsparungen im Sozial- und Bildungsbereich vorzunehmen. Die Wirtschaftskammer bringt deshalb das „kleine Glücksspiel“ als mögliche Einnahmequelle ins Spiel. Mit einer Lizenzierung von Automatensalons ließen sich laut Berechnungen jährlich über vier Millionen Euro für den Landeshaushalt sichern.
Damit würden Mittel erschlossen, die bislang im Schwarzmarkt oder im Ausland landen. Schon jetzt zeigen andere Bundesländer, dass regulierte Angebote verlässlich Steuereinnahmen bringen können. Die Befürworter sehen darin eine pragmatische Lösung, um Sparmaßnahmen abzufedern.
Vorarlberg kann mit einer maßvollen, strikt kontrollierten Lizenzierung gleichzeitig seine Einnahmen stabilisieren, Abflüsse ins Ausland reduzieren und den Schutz der Spielerinnen und Spieler substanziell verbessern.
Illegale Automaten als Dauerproblem
Trotz des seit Jahren bestehenden Verbots haben sich in Vorarlberg über 1.000 illegale Geräte etabliert. Ermittler schätzen den dadurch verursachten Schaden für Land und Bund auf mehr als 20 Millionen Euro. Für die WKO ist klar: Ohne regulierte Alternative wird der Schwarzmarkt weiter wachsen.
Ein geregeltes Lizenzmodell könnte dagegen die Nachfrage in legale Bahnen lenken. Transparente Auszahlungen, klare Einsatzlimits und strenge Kontrollen würden kriminellen Betreibern die Grundlage entziehen. Oberösterreich zeigt laut WKO, dass ein solcher Kurswechsel die Zahl der illegalen Geräte rasch sinken lässt.

Spielerschutz im Fokus
Neben den finanziellen Vorteilen stellt die WKO den Konsumentenschutz in den Mittelpunkt. Konzessionäre müssten verpflichtend Ausweiskontrollen durchführen, Mindestabstände zu Schulen einhalten und problematisches Spielverhalten beobachten. Ein Teil der Einnahmen soll zudem zweckgebunden in Suchthilfe und Prävention fließen.
Geplant ist außerdem eine bundesweite Sperrdatenbank, die gesperrte Spieler erfasst und ihnen den Zutritt zu legalen Angeboten verweigert. Damit will die Politik ein Schutzsystem schaffen, das auf europäischem Spitzenniveau liegt.

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